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Neurologie & Neurogeriatrie
Schlaganfall – schnelle Hilfe im akuten Notfall
Die Klinik für Neurologie ist auf die Versorgung von akuten Schlaganfällen spezialisiert und bietet auf der Stroke Unit eine hochqualifizierte Betreuung. Ein Schlaganfall entsteht häufig durch eine Unterbrechung der Blutzufuhr im Gehirn, wodurch die Zellen nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden und Hirngewebe innerhalb kürzester Zeit absterben kann. Die häufigsten Ursachen sind Gefäßverstopfungen, Blutgerinnsel oder, in selteneren Fällen, Hirnblutungen. Typische Symptome sind Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen. Wie beim Herzinfarkt gilt auch hier: Je schneller der Schlaganfall erkannt und behandelt wird, desto geringer ist das Risiko für bleibende Schäden oder Spätfolgen.
Im Evangelischen Krankenhaus Mettmann diagnostizieren und behandeln wir den akuten ischämischen Schlaganfall, auch bekannt als Hirninfarkt. Für interventionell-neuroradiologische Eingriffe arbeiten wir eng mit dem Städtischen Klinikum Solingen zusammen, um unseren Patientinnen und Patienten die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.
Neurogeriatrie – Infos und Anmeldung für Zuweiser
Mit unserem Schwerpunkt der Neurogeriatrie nehmen wir neurologische Erkrankungen im höheren Lebensalter in den Fokus. Wir behandeln ältere Menschen mit Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, Demenzen, sog. CIP/CIM oder multifaktoriell-bedingte Gang- oder Gleichgewichtsstörungen. Ziel ist es, die Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu erhalten oder zu verbessern. Die Neurogeriatrie ist eine Frührehabilitationsform, die die somatische Medizin unseres Krankenhauses mit rehabilitativen Aspekten verbindet.
Das Ziel der stationären Rehabilitation ist ein bestmöglicher, stabiler Gesundheitszustand, damit die Patienten mit größtmöglicher Lebensqualität und Autonomie außerhalb des Krankenhauses ihr Leben gestalten können. Damit dies gelingt werden persönliche Ressourcen und der individuelle Funktionsstatus anhand von standardisierten Testungen erfasst und gleichzeitig mittels einer neurologischen Diagnostik Funktionsstörungen oder Beeinträchtigungen erhoben. Danach erfolgt die Erstellung und Umsetzung eines bedarfsgerechten, individuellen Therapieplans.
Zum Erreichen der Ziele halten wir ein multiprofessionelles Team aus Neurologen, Pflegefachkräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden/klinischen Linguisten und Neuro-Psychologen sowie dem Sozialdienst bereit.
Die Aufnahme in die Klinik für Neurologie & Neurogeriatrie zur neurogeriatrischen Komplexbehandlung (ca. zwei Wochen) ist bei einer neurologischen Hauptdiagnose mit akutmedizinischen Handlungsbedarf (§ 39 SGB V) möglich. Die Indikation wird nach Übersendung des Aufnahmeformulars durch einen zuweisenden Arzt durch die Klinik für Neurologie & Neurogeriatrie geprüft.
Bewegungsstörungen – Parkinson und andere neurodegenerative Erkrankungen
Die Klinik für Neurologie im EVK Mettmann ist ebenfalls auf die Behandlung von Bewegungsstörungen wie Morbus Parkinson spezialisiert. Diese degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems führt zu einem Verlust von Nervenzellen, die für die Bewegungssteuerung verantwortlich sind. Zu den häufigsten Symptomen gehören Zittern, Muskelsteifheit und Gangstörungen.
Eine individuelle Behandlung, meist mit Medikamenten zur Linderung der Symptome, ermöglicht den Patienten ein besseres Leben. Unser Team arbeitet zudem an innovativen Therapieansätzen zur Verbesserung der Lebensqualität von Parkinson-Patienten.
Demenzen – Früherkennung und Prävention
Im Bereich der Demenzerkrankungen wie Alzheimer befassen sich unsere Neurologen mit den kognitiven Störungen, die zu Gedächtnis-, Konzentrations- und Orientierungsproblemen führen. Demenz tritt oft schleichend auf, weshalb eine frühzeitige Diagnose und Intervention entscheidend für die Lebensqualität der Patienten ist.
Unsere Klinik bietet umfassende Diagnostik und Therapieansätze, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und den Patienten eine möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen. Wir setzen auf präventive Maßnahmen, um das Risiko einer Demenz zu senken. Dazu zählen gesunde Lebensgewohnheiten wie regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und geistige Aktivität.
Erregerbedingte Erkrankungen – Meningitis und Enzephalitis
Entzündungen der Hirnhaut (Meningitis) oder des Gehirns (Enzephalitis) können durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden und erfordern eine sofortige Behandlung. Frühzeitige Diagnosen und die richtige Wahl von antiviralen oder antibiotischen Medikamenten sind entscheidend, um schwere Folgeschäden zu verhindern.
In unserer Klinik bieten wir eine schnelle, zielgerichtete Behandlung, um das Risiko bleibender neurologischer Schäden zu minimieren.
Neuroimmunologie / chronisch-entzündliche Erkrankungen des Nervensystems
Unsere neurologische Klinik bietet spezialisierte Behandlungen für chronisch-entzündliche Erkrankungen des Nervensystems. Ein Beispiel hierfür ist Multiple Sklerose (MS), eine Krankheit, bei der das Immunsystem die Schutzhülle der Nerven (Myelinschicht) angreift. Dies kann zu Symptomen wie Koordinationsstörungen, Schwindel, Feinmotorikstörungen und Gangstörungen führen.
Dank moderner neuroimmunologischer Medikamente haben sich die Behandlungsmöglichkeiten erheblich verbessert, und wir können heutzutage die Schübe der Krankheit weitgehend verhindern und das Fortschreiten der MS bremsen.
Neuroonkologie – Tumorerkrankungen des Nervensystems
In der Neuroonkologie behandeln wir Tumore des Gehirns, Rückenmarks und peripherer Nerven. Diese Tumoren können entweder primär neurologischen Ursprung haben oder als Metastasen sekundär aus anderen Körperregionen entstehen.
Die Diagnose und Therapie dieser Tumoren erfordert oft eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, wobei unser Team in enger Kooperation mit Neurochirurgen, Neuropathologen und Nuklearmedizinern arbeitet. Modernste Verfahren, einschließlich bildgebender Diagnostik und chirurgischer Eingriffe, kommen zum Einsatz, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.
Neurogene Schluckstörung (Dysphagie)
In der Medizin wird der gestörte Schluckakt als sog. Dysphagie bezeichnet. Neurologische Erkrankungen stellen die häufigsten Ursachen von Dysphagien dar. Diese Schluckstörungen bezeichnet man folglich als neurogene Dysphagien. Fast jeder Zweite aller neurologischen Patienten kann von einer neurogenen Dysphagie betroffen sein. Zur Prävention und Gefahrenabwehr des Verschluckens mit all seinen Folgen wie z. B. einer Lungenentzündung sollte möglichst frühzeitig eine sichere Erstdiagnostik erfolgen. Insbesondere in der akuten Phase eines Schlaganfalls sind bis zu 80 % aller Betroffenen teils schwer dysphagisch und können auf natürlichem Wege, d.h. über den Mundraum nicht ernährt werden. Auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie dem Morbus Parkinson entwickelt sich sehr häufig im Verlauf eine neurogene Schluckstörung.
Die sog. fiberendoskopische Evaluation des Schluckens, kurz: FEES – hat sich in der Neurologie gegenwärtig als der Goldstandard in der klinisch-apparativen Dysphagiediagnostik etabliert. Die FEES kommt daher auch am EVK Mettmann routinemäßig und hochfrequent zum Einsatz. In dieser speziellen endoskopischen Untersuchungstechnik des Schluckakts werden etwaige anatomische Auffälligkeiten des Nasenrachenraums und des Rachenkehlkopfareals beschrieben (Ruhebeobachtung) sowie der schluckrelevante Bereich auf potenzielle Bewegungsstörungen überprüft (Funktionsprüfung). Des Weiteren wird die Suffizienz des Speichelschluckens eruiert und die Patienten bekommen unter Sicht eine Auswahl an Speisen und Getränken angereicht, welche in der Konsistenz und der Menge variieren. Bei entstandenen Residuen (Speiseresten), Eindringen des Speichels sowie der Nahrung in den Kehlkopfeingang (Penetration) oder bei Aspirationen von beidem in den unteren Atemtrakt werden die Reaktionen und Schutz- und Hustreflexe der entsprechenden Patienten entsprechend beobachtet. Ferner können entsprechende Maßnahmen für ein „effektives Reinigen“ ergriffen und trainiert werden. Darüber hinaus kann mit der FEES beurteilt werden, inwieweit die Patienten in der Lage sind, therapeutische Techniken umzusetzen, um einen sicheren Schluckakt zu generieren.
Auf objektiver Basis kann so mittels FEES eine sichere Kostformempfehlung ausgesprochen und weitere logopädische Therapieschritte eingeleitet werden.
Unsere diagnostischen Verfahren – Präzision für Ihre Gesundheit
Unsere Klinik bietet modernste diagnostische Verfahren, um Ihre neurologischen Erkrankungen schnell und zuverlässig zu diagnostizieren:
- Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels und Rückenmarks
- Ultraschalldiagnostik der hirnversorgenden Gefäße mittels Doppler- und Duplexsonographie
- Elektroenzephalographie (EEG) zur Abklärung von Epilepsie und anderen neurologischen Störungen
- Elektroneurographie (ENG) und Elektromyographie (EMG) zur Untersuchung der Nerven und Muskeln
- Diagnostik zur neuromuskulären Überleitung und evokierte Potentiale (VEP, SEP, MEP) zur Messung der Nervenleitungsgeschwindigkeit