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Darmkrebs

Was passiert im Körper bei Darmkrebs?

Als Darmkrebs bezeichnet man bösartige Tumore des Darms. Diese können sowohl im Dickdarm als auch, allerdings sehr viel seltener, im Dünndarm auftreten. Bei allen Krebsarten bildet sich neues Gewebe in einzelnen Organen, das Tochtergeschwülste entstehen lassen kann und im fortgeschrittenen Verlauf ganze Organe zerstört. Darmkrebs entsteht häufig aus anfangs gutartigen Darmpolypen. Dies sind pilzförmige Geschwülste in der Darmschleimhaut.

Welche Symptome hat man bei Darmkrebs?

Neben den allgemeinen Symptomen von Krebserkrankungen wie Gewichtsverlust oder geschwächtem Allgemeinzustand kommt es beim Darmkrebs – insbesondere in frühen Stadien –kaum zu Symptomen.
Verdauungsbeschwerden oder Blutungen können auf Darmkrebs hindeuten.

Welche unterschiedlichen Stadien von Darmkrebs gibt es?

Abhängig von den Operations- und Laborergebnissen wird der Darmkrebs in vier Behandlungsstufen unterteilt mit unterschiedlicher Nachsorgeempfehlung:

Stadium I: Der Tumor ist klein und beschränkt sich nur auf seinen Entstehungsort. Die Lymphknoten sind nicht befallen. Es gibt keine Metastasen. Nach der Operation ist keine weitere Nachbehandlung nötig.

Stadium II: Der Tumor beschränkt sich in seiner Ausbreitung auf die Darmwand, alle Schichten der Darmwand sind durchdrungen. Lymphknoten sind nicht befallen. Es sind keine Metastasen vorhanden. Im Anschluss an die Operation kann unterstützend eine Chemotherapie durchgeführt werden. Befindet sich diese Krebsstufe im Bereich des Mastdarms erfolgt vor der Operation eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie. Alternativ kann nach der Operation eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie erfolgen.

Stadium III: Fortgeschrittener Tumor, der bereits die Lymphknoten befallen hat. Metastasen sind noch nicht vorhanden. Nach der Operation erfolgt bei Dickdarmkrebs eine Chemotherapie. Bei Mastdarmkrebs: Vor der Operation eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie. Alternativ kann nach der Operation eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie erfolgen.

Stadium IV:  Neben dem Tumor im Darm haben sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet. Meistens sind Leber oder Lunge befallen. Bei der Operation wird versucht alle Tumore (auch Metastasen) zu entfernen. Eventuell ist eine Chemotherapie vor oder nach der Operation zur Verkleinerung der Metastasen erforderlich. Bei Mastdarmkrebs Chemotherapie und Strahlentherapie.

Wie kann man Darmkrebs behandeln?

Darmkrebs lässt sich heutzutage gut behandeln. Erkennt man den Krebs bereits in einem frühen Stadium, ist Darmkrebs mit hoher Wahrscheinlichkeit heilbar.
Eine Operation ist in der Regel jedoch unvermeidlich. Hierbei wird das kranke Gewebe (tumortragender Darmanteil und Abflussgebiet der Lymphknoten) operativ entfernt. Die weitere Therapie ist abhängig davon, ob der Tumor vollständig entfernt werden konnte und was die feingewebliche Untersuchung des Tumors und der Lymphknoten im Labor ergibt. Anhand dieser Ergebnisse kann das Wachstumsverhalten des Tumors bestimmt werden.

Welche Operationsrisiken gibt es?

  • Infektionen
  • Blutungen in der Bauchhöhle
  • Undichte Nähte im Darm (Anastomosen-Insuffizienz)
  • Entzündungen des Bauchfells (Peritonitis)
  • Verdauungsbeschwerden (meist vorübergehend)
  • Störungen der Stuhlkontinenz
  • Funktionsstörungen der Blase
  • Bei Männern: Gelegentlich Störungen der Sexualfunktion (Potenzprobleme)

Wie sind die Heilungschancen bei Darmkrebs?

Darmkrebs ist heute gut behandelbar. Ob er heilbar ist, hängt von dem Stadium ab, wie weit der Darmkrebs fortgeschritten ist.

Zur Einschätzung der Heilungsaussichten wird in der Literatur die Überlebensrate fünf Jahre nach der Erstdiagnose angegeben. Diese liegt für die einzelnen Stadien bei:

Stadium I: 86 bis 97 Prozent der Patienten leben noch fünf Jahre nach der Operation.

Stadium II: 70 bis 87 Prozent der Patienten leben noch fünf Jahre nach der Operation.

Stadium III: 33-71 Prozent der Patienten leben noch nach der Operation (abhängig von den Unterstadien in Stadium III)

Stadium IV: Eine vollständige Heilung ist hier eher selten. Durch verbesserte Operationsmöglichkeiten z.B. bei Leber- oder Lungenmetastasen, Chemotherapie und bessere Nachbetreuung sind auch in diesem Stadium der Erkrankung lange Phasen mit guter Lebensqualität erreichbar.