Kompetenz und Nähe, die man spürt.

Liebe Patientinnen,

wir möchten Ihnen nachfolgend an zwei Beispielen den routinemäßigen Ablauf einer OP beschreiben, einen Überblick über die durchschnittliche Dauer einzelner Eingriffe und des stationären Aufenthaltes geben.

Sicherlich können wir damit nicht alle Ihre Fragen beantworten und daher möchten wir Sie auch an dieser Stelle noch einmal ermutigen: Sprechen Sie uns an! Wir, das Team des MIC-Zentrums Bergisches Land im EVK Mettmann stehen Ihnen gern für Fragen zur Verfügung.

Wissenswertes

Fachbergriffe erklärt

 • Adnexe: Eierstock und Eileiter
• Endometriose: Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter
• Endometrium: Gebärmutterschleimhaut, Ursprung der Monatsblutung
• Endoskopie: jede Form von minimal-invasivem Eingriff mittels Kamerasystem
• Hysterektomie: Gebärmutterentfernung
• Hysteroskopie: Gebärmutterspiegelung
• Kolposuspension: Anheben des Blasenhalses und der Scheide am Schambein; bei Harninkontinenz
• Laparoskopie: Bauchspiegelung
• LASH: laparoskopische suprazervikale Hysterektomie, d.h. Entfernung des Gebärmutterkörpers unter Erhalt des Gebärmutterhalses
• Lateralrepair: seitliche Befestigung der Scheide am Schambein; bei Senkung der vorderen Scheidenwand
• Lymphonodektomien: Entfernung von Lymphknoten; meist im Rahmen von Tumoroperationen
• Myom: gutartiger Tumor der Muskelschicht der Gebärmutter, oft die Ursache von Blutungsstörungen
• Ovar: Eierstock
• Paraaortal: an der Bauchschlagader (Aorta)
• Pectopexie: neuartiges Verfahren zur Befestigung der Scheide, der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses am Schambein; bei Senkungen der Gebärmutter oder des oberen Scheidenpols; mögliche Alternative zur Sacropexie (s.u.)
• Pelvin: im Becken
• Sacropexie: Befestigung der Scheide, der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses am Kreuzbein; bei Senkungen der Gebärmutter oder des oberen Scheidenpols
• Uterus: Gebärmutter
• Vegetativ: Nervensystem der inneren Organe und zur autonomen Regulation der Körperfunktionen
• Zyste: Flüssigkeitsgefüllter Hohlraum (ballonartig); meistens am Eierstock

Beispiel-Operation Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Nachdem Sie im OP und in Narkose versetzt sind, lagern wir Sie auf dem OP-Tisch. Zu diesem Zeitpunkt werden nochmals die Identität der Patientin, das notwendige Instrumentarium und der unterschriebene Aufklärungsbogen im gesamten Team anhand einer  Checkliste überprüft. Nach gründlicher Desinfektion wird die Harnblase mittels eines Katheters entleert, je nach Eingriff wird direkt ein Dauerkatheter gelegt.
Dann erfolgt das sterile Abwaschen und Abdecken des Operationsgebietes der Bauchdecke. In der Nabelgrube wird ein ca. 1cm langer Schnitt angelegt und der Bauchraum mittels einer speziellen Nadel mit CO2-Gas aufgefüllt, bis er sich voll entfaltet hat. Die Nadel wird gegen eine 1cm dicke Arbeitshülse (sog. Trokar) ausgewechselt, über die dann eine Kameraoptik (Laparoskop) in die Bauchhöhle eingeführt wird. Nach gründliche Inspektion der Bauchhöhle werden dann je nach Bedarf weiter Trokare im Unterbauch eingebracht. Darüber können dann die Arbeitsinstrumente (Scheren, Fasszangen, Versiegelungsinstrument etc.) benutzt werden.
Nun kann die eigentliche Operation beginnen (Gebärmutterentfernung, Eierstock-OP usw.). Es operieren immer ein Operateur und ein kameraführender Assistent. Bei speziellen Eingriffen kann noch ein weiterer Assistent hinzukommen. Die Dauer einer MIC-OP richtet sich nach dem Eingriff (s. Tabelle).

Eingriff / Ungefähre OP-Dauer bei normalem Verlauf
Gebärmutterentfernung Ca. 60 – 90 min.
Eierstockzyste Ca. 20 – 30 min
Eierstock-Eileiterentfernung Ca. 20 – 30 min
Senkungsoperation (z. B. Sacropexie) Ca. 75 – 90 min
Radikale Gebärmutterentfernung mit Lymphknotenentfernung bei Krebs Ca. 3 – 5 Stunden

Zum Ende der Operation wird ggf. eine Drainage (Schlauchsystem zum Auffangen von Blut und Wundsekret) durch einen Trokar eingelegt, danach das Instrumentarium und die Trokare wieder entfernt. Die Hautschnitte werden mit selbstauflösendem Fadenmaterial genäht und sterile Pflaster aufgeklebt.
Nach Beendigung der Narkose werden Sie in den Aufwachraum gebracht und dort noch eine Zeitlang (ca. 1 – 2 Std.) überwacht, bevor unsere Schwestern sie auf die Station zurückholen.
Die stationäre Aufenthaltsdauer hängt ebenfalls von der Art des Eingriffs und dem postoperativen Verlauf ab. Hier einige Beispiele:


Eingriff / Ungefähre stationäre Aufenthaltsdauer
Gebärmutterentfernung mit Erhalt des Gebärmutterhalses (LASH) / 3 - 4 Tage
Komplette Gebärmutterentfernung /  4 – 5 Tage
Eierstockzyste / 2 Tage
Eierstock-Eileiterentfernung / 3 Tage
Senkungsoperation (z. B. Sacropexie) / 5 – 7 Tage
Radikale Gebärmutterentfernung mit Lymphknotenentfernung bei Krebs / 5 – 7 Tage

Am Vortag der Entlassung finden eine Abschlussuntersuchung und eine Blutentnahme statt. Die Entlassung erfolgt dann in der Regel nach dem Frühstück.

Beispiel-Operation Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)

Nachdem Sie im OP und in Narkose versetzt sind, lagern wir Sie auf dem OP-Tisch. Zu diesem Zeitpunkt werden nochmals die Identität der Patientin, das notwendige Instrumentarium und der unterschriebene Aufklärungsbogen im gesamten Team anhand einer  Checkliste überprüft. Nach gründlicher Scheidendesinfektion wird die Harnblase mittels eines Katheters entleert.
Der Operateur erweitert nun den Gebärmutterhalskanal mit Stiften, um dann den Gebärmutterspiegel mit Kamera (Hysteroskop) einzuführen. Die Gebärmutter wird darüber mit Flüssigkeit gespült und entfaltet. Nun erfolgt eine genaue Inspektion auf krankhafte Veränderungen. Im Falle eines diagnostischen Eingriffs wird die Gebärmutterspiegelung dann beendet und ggf. noch eine Ausschabung angeschlossen. Im Falle einer operativen Maßnahme können z. B. Polypen oder Myomknoten mit einer Schlinge zerkleinert und entfernt werden.
Eine rein diagnostische Gebärmutterspiegelung Dauer ca. 5 – 10 min. eine operative je nach Befund ca. 20 bis 45min.
Nach Beendigung der Narkose werden Sie in den Aufwachraum gebracht und dort noch eine Zeitlang (ca. 30 – 60 min.) überwacht, bevor unsere Schwestern sie auf die Station zurückholen.
Bei einer ambulanten Operation verlassen Sie nach ca. 4 – 6 Stunden die Klinik, ansonsten am Folgetag nach dem Frühstück.