Kompetenz und Nähe, die man spürt.

Sportverletzungen und Sportorthopädie

Die Sportorthopädie befasst sich mit Belastungs- und Bewegungsstörungen des Muskel-Skelettsystems und der Behandlung von Verletzungen der Bewegungsorgane (Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke), auch bei sportspezifischen Schäden.

Dazu gehört nicht nur die Behandlung von akuten Verletzungen und Schmerzen, sondern auch die Verhinderung zukünftiger Schäden. Insbesondere der Gelenkverschleiß (Arthrose) kann durch Fehlbelastungen, Gelenk- und Knorpelschäden auftreten. Hier gilt es, durch eine frühzeitige, angepasste Therapie Spätschäden zu verhindern. Das rechtzeitige Einsetzen spezifischer Maßnahmen ist wichtig, weil eine fortgeschrittene Arthrose nur noch eine symptomatische, aber keine kausale Therapie mehr zulässt.

In diesen Abschnitten finden Sie Informationen zu den Schäden, die im EVKM auf hohem Niveau behandelt werden.

Knie

Trainingsplan zur Stabilisierung des Kniegelenkes

Hier finden Sie unseren Trainingsplan zur Stabilisierung des Kniegelenkes.

Meniskusriss

Im Kniegelenk finden sich zwei Menisken, der Innen- und Außenmeniskus, als halbmondförmige, glatte Scheiben zwischen dem Ober- und Unterschenkelanteil. die Menisken bestehen aus speziellem, hochbelastbaren Knorpelfasergewebe und dienen der besseren Verteilung der Kraft auf die Gelenkflächen und damit einer Reduzierung des Verschleißes. Da der Innenmeniskus auf ganze Länge fixiert ist, kann er Belastungen weniger gut ausweichen als der flexiblere Außenmeniskus. Aus diesem Grunde sind Schäden des Innenmeniskus deutlich häufiger als an der Außenseite.

Traumatischer Meniskusriss

Beim traumatischen (unfallbedingten) Meniskusriss ist meist eine Drehbewegung im Knie unter Belastung ursächlich; diese können beim Sport, aber auch bei anderen Unfällen auftreten. In den meisten Fällen kommt es schnell zu einer Schwellung und Schmerzen des Gelenkes auf der betroffenen Seite. In einigen Fällen ist auch die Beweglichkeit durch Flüssigkeit im Knie oder eingeschlagene Meniskusanteile eingeschränkt. Bei der klinischen Untersuchung werden bestimmte, definierte Meniskuszeichen geprüft. Meist muss aber die Diagnose noch durch ein Kernspintomogramm (MRT) des Knies gesichert werden, da sich nur so mit ausreichender Sicherheit die Ausdehnung des Risses und Begleitverletzungen darstellen lassen.

Da die Menisken nur minimal durchblutet sind und daher eine sehr schlechte Heilungstendenz haben, ist eine Heilung unter konservativer Therapie unwahrscheinlich. Im Gegenzug kann der instabile Rissanteil aber einen Abrieb im Gelenk, Einklemmungen und dauernde Schmerzen verursachen. Daher sollte ein Meniskusriss in fast allen Fällen mit einer Arthroskopie behandelt werden. Hierbei wird in einem kurzen Eingriff, abhängig vom Alter des Patienten, der Art und Form des Risses, entweder eine Entfernung der instabilen Anteile oder eine Naht des Meniskus mit speziellen Nahtankern durchgeführt. Nach einer Meniskusnaht ist eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen für 4-6 Wochen notwendig, um dem Gewebe ausreichend Zeit für eine stabile Heilung zu geben. Da die Menisken bei starker Beugung des Knies ebenfalls stark belastet werden, wird in dieser Zeit auch die Beugung auf 90° limitiert. Der Vorteil der Behandlung ist der Erhalt des Meniskus und seiner gelenkschonenden Funktion, der Nachteil ist die lange Entlastung und eine in einigen Fällen ausbleibende Heilung, die eine erneute Arthroskopie erforderlich macht. Die Meniskusnaht ist daher nur für Patienten bis etwa 45 Jahren geeignet.

Nach einer Meniskusteilentfernung kann schon nach wenigen Tagen zur beschwerdeadaptierten Vollbelastung übergegangen werden, die lange Nachbehandlung entfällt hierbei.

Degenerativer Meniskusriss

Der verschleißbedingte (degenerative) Meniskusriss ist häufig und Vorläufer oder Begleiterscheinung einer Arthrose (Gelenkverschleiß). Hierbei ist das Gewebe durch Alterungsprozesse deutlich vorgeschädigt, so dass schon einfache Bewegungen ausreichen können, um einen Riss hervorzurufen. Die Schmerzen sind meist weniger ausgeprägt als beim traumatischen Riss. Die Diagnose erfolgt durch eine ärztliche Untersuchung, ein Röntgenbild zur Darstellung einer Arthrose und ggfs. ein MRT. Da es in einigen Fällen auch Zufallsbefunde degenerativer Meniskusrisse gibt, kann hier ein konservativer Behandlungsversuch unternommen werden. wenn jedoch unter Schonung, Schmerzmedikamenten, Kühlung und ggfs. einer Kniebandage keine dauerhafte Besserung eintritt, sollte eine Arthroskopie / Gelenkspiegelung durchgeführt und der Meniskus geglättet werden. Eine Meniskusnaht wie bei der traumatischen Rissform ist beim Verschleißriss nicht Erfolg versprechend. In gleicher Sitzung kann dann auch der Knorpel und das Gelenk beurteilt werden, um weitere Schäden zu behandeln und den Fortschritt des Verschleißes einzuordnen.

Knorpelschäden

Knorpelschäden des Kniegelenks können aufgrund eines Unfalls (sogenannter traumatischer Schaden) als auch bei degenerativen Verschleißerkrankungen (Arthrose) auftreten. Auch wenn ein Kreuzband- oder Meniskusriss nicht adäquat behandelt wird, können als Folge Knorpelschäden im Kniegelenk auftreten.

Die Behandlung hängt ab von

- Ursache (Unfall, Verschleiß)

- Ausdehnung (begrenzt, großflächig)

- Tiefe (oberflächlich, in den Knorpel oder bis zum Knochen reichend)

- Form (sog. Flake, Stanzdefekte, Abschilferung)

- biologischen Patientenalter

- Anspruch des Patienten (Alltagsbelastung, ambitionierte Sportbelastung)

- Begleitschäden (Instabilität, Rheuma, Achsfehlstellung)

 

Diese Aufzählung zeigt, dass eine Vielzahl an Faktoren zu berücksichtigen sind und für jeden Patienten eine individuelle Lösung gefunden werden muss. Hierzu ist viel Erfahrung im Umgang mit den einzelnen Therapieverfahren notwendig. Wir bieten alle diese Verfahren an und können so für jeden Einzelfall das passende Therapiekonzept erstellen:

 

1. Abrasionsplastik

Hierbei werden in arthroskopischer Technik die instabilen Anteile des Knorpels, in im Gelenk Schmerzen verursachen können, entfernt und die Knorpeloberfläche geglättet. Dieses Verfahren kommt vor allem bei Verschleißschäden zur Anwendung. Eine längere Entlastung ist hierbei nicht nötig.

 

2. Flakefixation

Wenn ein sogenannter Flake vorliegt, der einem ausgesprengten Knorpelstück entspricht, so kann dieser oft mit selbstauflösenden (resorbierbaren) Stiften wieder fixiert und so eine glatte Knorpeloberfläche wiederhergestellt werden. Im Anschluss sollte eine Teilbelastung an Gehstützen für 4-6 Wochen erfolgen, um ein Einheilen zu ermöglichen.

 

3. Mikrofrakturierung

Bei tiefen, vorwiegend traumatischen Knorpelschäden, die örtlich begrenzt sind, kann eine Mikrofrakturierung durchgeführt werden. Hierbei wird in der Arthroskopie der Defekt gesäubert und der freiliegende Knochen mit einem speziellen spitzen Instrument (Ahle) an mehreren Stellen perforiert, ohne die Stabilität des Knochens zu schwächen. Durch diese Perforationen können sogenannte Stammzellen aus dem Knochenmark in den Defekt einwandern. Da Stammzellen die Möglichkeit haben, sich zu vielen verschiedenen Zelltypen umzuwandeln, wird an dieser Stelle eine neue, belastungsfähige Knorpelschicht gebildet. Um den Zellen ausreichend Zeit zur Einheilung zu geben, ist eine Entlastung an gehstützen von 6 Wochen notwendig.

Eine Sonderform dieser Versorgung ist die AMIC (AMIC = Autologe Matrixinduzierte Chondrogenese), bei der eine spezielle Biomembran auf die Defektzone aufgelegt wird, diese mechanisch schützt und die Knorpelregeneration fördert.

Diese Methode kann bei einer Vielzahl an Schäden helfen, jedoch nicht mehr bei Gelenken mit deutlicher Arthrose / Verschleiß, da ein Knorpeldefekt an zwei direkt gegenüberliegenden Stellen des Gelenks die Anwendung sehr erschwert oder unmöglich macht.

 

4. OATS

(OATS = Osteochondral Autograft Transfer System = Knorpel-Knochen-Stanzzylinder).

Bei dieser Methode werden Knorpelzylinder mit anhängendem tragenden Knochen aus unbelasteten Stellen des Kniegelenks entnommen und an der Schadensstelle wieder eingesetzt. Durch mehrfache Anwendung können auch größere Schäden ausgeglichen werden. Durch den anhängenden Knochen ist der Knorpel sehr stabil und heilt in aller Regel gut ein. Die Spenderstelle wird mit dem überflüssigen Knochen aus der Empfängerstelle aufgefüllt. Im Anschluss erfolgt eine 6wöchige Teilbelastung an Unterarm-Gehstützen. Der Vorteil der Methode liegt in der festen, tragfähigen Knorpeloberfläche auch bei knöchernen Defekten, der Nachteil darin, dass an andere Stelle Defekte gesetzt werden und ein offenes Vorgehen mit einem Hautschnitt nötig ist.

 

5. ACT

(ACT = Autologe Chondrozyten-Transplantation).

Bei der ACT werden im Rahmen einer ersten Arthroskopie Knorpelzellen aus einem unbelasteten Areal des Kniegelenkes entnommen. Diese werden in speziellen Laboratorien auf ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Anzahl vermehrt und in einer zweiten Arthroskopie nach 6-8 Wochen wieder in den Defekt implantiert. Auch mit dieser Methode lässt sich eine Neubildung stabilen Knorpels in der Defektzone erreichen. Auch hier ist eine 6wöchige Teilbelastung notwendig.

Vorteil dieser Methode ist die Herstellung einer hochwertigen Knorpeloberfläche, Nachteile sind die Notwendigkeit von 2 Operationen statt einer und die aufwendige Nachbehandlung, die eine sehr gute Mitarbeit des Patienten erfordert.

Kreuzbandriss

Das Kniegelenk wird nicht durch die gelenkbildenden Knochen, sondern durch die passiven (vorderes und hinteres Kreuzband, Innen- und Außenmeniskus, Seitenbänder, Gelenkkapsel und sog. posterolateraler Komplex) und aktiven (Kniegelenkübergreifende Muskulatur) stabilisiert. Das vordere Kreuzband gehört hierbei zu den wichtigsten passiven Stabilisatoren des Kniegelenks. Verletzungen entstehen meist beim Sport durch abrupte Dreh- und Knickbewegungen, z.B. beim Fußball oder beim Skifahren. Im Gegensatz zum hinteren Kreuzband besteht bei dem viel häufigeren vorderen Kreuzbandriss keine Chance auf eine Selbstheilung des Kreuzbandes. Bei fehlendem Kreuzband bleibt jedoch eine Instabilität des Knies, das auf Dauer einen wesentlich erhöhten Verschleiß verursacht und damit die Entstehung einer schmerzhaften Arthrose begünstigt. Aus diesem Grund sollte bei aktiven Patienten eine Kreuzbandersatzplastik vorgenommen werden.

Nur in den seltenen Fällen eines knöchernen Ausrisses des Kreuzbandes (meist aus dem Schienbeinkopf) kann dieses arthroskopisch refixiert werden und ein Ersatz ist meist nicht notwendig.

Die früher gebräuchlichen Kunstbänder haben die Erwartungen nicht erfüllt, so dass aktuell nur noch körpereigene Sehnen (sog. Semitendinosus-Sehne, seltener Gracilissehne oder Patellasehne) zum Einsatz kommen. Die entnommenen Sehnen sind für eine Sportausübung auch auf Leistungsniveau entbehrlich, die Entnahme kann vom Körper sehr gut kompensiert werden. Die Sehnen werden 4fach gelegt und in arthroskopischer Technik mit biologischen, resorbierbaren Schrauben und Ankersystemen eingesetzt. Diese Technik kommt auch bei Leistungssportlern zum Einsatz.

Bei der Nachbehandlung wird besonderer Wert auf das Training der Oberschenkelmuskulatur gelegt, weil diese das Knie stabilisiert und damit das Kreuzband entlastet. Jeder Patient erhält einen detaillierten Nachbehandlungsplan, der die individuellen Gegebenheiten berücksichtigt. Während mit schonenden Sportarten wie Fahrradfahren bereits nach 8 Wochen begonnen werden kann, sollten belastende Sportarten wie Fußball und andere Mannschaftssportarten und Skilaufen frühestens nach 6-9 Monaten beginnen.

Eine besonders schwere Verletzung stellt die sogenannte „Unhappy triad“ dar, die eine kombinierte Innenmeniskusverletzung, einen vorderen Kreuzbandriss und einen Riss des inneren Seitenbandes umfasst. Hier muss zunächst der Innenmeniskus saniert und wenn möglich genäht werden, sowie die Innenbandverletzung ausheilen. Danach erfolgt der vordere Kreuzbandersatz.

Patellafehllauf und Ausrenkung

Eine „ausgerenkte“ Kniescheibe (Patellaluxation) gehört zu den häufigsten Gelenkluxationen des Menschen. Die Ursache kann traumatisch (Stoß, Anprall oder Sturz) oder anlagebedingt (bei einfache Bewegungen) sein. Bei den häufigeren unfallbedingten Ausrenkungen erfolgt eine MRT-Diagnostik, um kleine Knorpelstücke und Zerreißungen des Patella-Halteapparates zu erkennen und durch eine Arthroskopie und / oder Naht zu behandeln. Im Wachstumsalter erfolgt meist eine konservative Therapie, während nach Wachstumsabschluss die operative Behandlung häufiger wird.

Wenn durch einen geschädigten und nicht mehr ausreichenden Halteapparat mehrfache Ausrenkungen auftreten, kann dieser durch ein Sehnentransplantat (Gracilissehne) ersetzt werden und die Patella stabilisieren.

Bei anlagebedingten Ausrenkungen gilt es die Ursache zu erkennen. Dies kann

- in einer fehlgebildeten Laufrinne der Kniescheibe (Trocheladysplasie)

- einem Achs- oder Drehfehler des Beins

- einem geschädigten Halteapparat (MPFL)

- einem Muskelungleichgewicht

- einer falschen Zugrichtung der Kniescheibe am Ansatz (Tuberositas tibiae)

bestehen. Für alle diese Ursachen stehen spezifische, konservative und operative Behandlungen zur Verfügung.

Bei allen Behandlungen stellt die Krankengymnastik mit einem speziellen Aufbautraining der Oberschenkelmuskulatur einen wichtigen Baustein der Therapie dar.

Seitenbandriss

Seitenbandrupturen können das innere und das äußere Seitenband des Kniegelenks betreffen. Weitaus häufiger sind Innenbandrisse, die in den meisten Fällen konservativ ohne Operation behandelt werden können. Meist reicht eine Bewegungsschiene für die Dauer von 6 Wochen aus. Auch mit der Schiene ist nach einigen Tagen meist ein normales Gehen möglich, so dass Gehstützen nur für kurze Zeit benötigt werden.

Die operationsbedürftigen instabilen Außenbandverletzungen sind weitaus seltener. Hier ist es wichtig, nach weiteren Verletzungen zu suchen. Neben Kapselrissen können dies Läsionen des Außenmeniskus oder der sogenannten Popliteussehne sein. Neben einer einfachen naht des Bandes und der sogenannten posterolateralen Ecke können auch Sehnentransplantationen (meist durch die Gracilissehne) notwendig werden.

Umstellungsosteotomie

Wenn durch eine X- oder O-Bein Stellung nur der innere oder nur der äußere Gelenkanteil des Kniegelenks einen erhöhten Verschleiß aufweist, kann durch eine sogenannte Umstellungsosteotomie die Beinachse begradigt und dadurch das hoch belastete Areal entlastet werden.

Nach einer genauen Achsanalyse und OP-Planung erfolgt hierzu eine schräge sogenannte Osteotomie (Knochenaufmeißelung), meist oberen Ende des Unterschenkelknochens (Tibiakopf) und nach der Korrektur eine Fixierung mit einer Metallplatte, die auch bei Knochenbrüchen Anwendung findet. Der sogenannte Osteotomiespalt im Knochen wird in vielen Fällen vom Körper selbst wieder verschlossen, nur wenn eine hochgradige Korrektur erforderlich ist, wird hier zusätzliches Knochenmaterial eingelegt.

Im Anschluss erfolgt eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen für 6 Wochen. Eine Materialentfernung kann nach 2 Jahren erfolgen.

Trainingsplan zur Stabilisierung des Kniegelenkes

Hier finden Sie unseren Trainingsplan zur Stabilisierung des Kniegelenkes.

Sprunggelenk

Knorpelschäden / Osteochondrosis dissecans (OD)

Die Osteochondrosis dissecans ist ein begrenzter Gewebeuntergang des Knorpels bis zum darunterliegenden Knochen, der durch hohe Sportbelastung, Unfälle, aber auch ohne erkennbare Ursache auftreten kann. Durch die Lockerung des Knorpels bestehen häufig Belastungsschmerzen. Meist liegen die Erkrankungsherde mediodorsal (innen hinten) oder lateroventeal (außen vorne). Die Diagnostik erfolgt durch eine ärztliche Untersuchung und mit dem MRT.

Je nach Ausdehnung des Befundes kann eine arthroskopische Therapie mit Mikrofrakturierung ausreichend sein, sonst wird über eine Knochenaufmeißelung (Osteotomie) des Innenknöchels ein Knorpel-Knochen-Stanzzylinder (OATS) aus dem Kniegelenk verpflanzt, um die Gelenkfläche wiederherzustellen.

Bänderrisse

Das Sprunggelenk wird von verschiedenen Bändern und der Sprunggelenksübergreifenden Muskulatur des Unterschenkels stabilisiert. Der typische „Bänderriss“ betrifft den 3teiligen Außenbandapparat vom Außenknöchel zum Sprung- und Fersenbein. Daher auch die Bezeichnung 1facher, 2facher oder dreifacher Bänderriss. Diese Verletzungen können meist konservativ mit einer Schiene (Orthese) behandelt werden. Die Schiene muss jedoch 6 Wochen konsequent 24h täglich getragen und nur zur Körperpflege abgelegt werden.

Schwierig zu erkennen sind sogenannte Syndesmosenrisse, welche schwerwiegende Verletzungen der Bandverbindung zwischen Schienenbein und Wadenbein darstellen. Diese können durch eine genaue klinische Untersuchung und gegebenenfalls ein MRT erkannt werden. Bei Verletzungen in diesem Bereich ist eine kleine Operation mit anschließender Entlastung für 6 Wochen notwendig.

Schulter

unfallbedingte Schulterluxation

Die Ausrenkung der Schulter (=Schulterluxation) ist eine der häufigsten Gelenkausrenkungen des Menschen. Ursache ist meist ein Sportunfall mit einem Sturz auf die Schulter. Zunächst erfolgt die notfallmäßige Einrenkung (Reposition) und Ruhigstellung in einer Schulterbandage.

Wichtig ist es dann, nach Verletzungen der Muskeln und insbesondere der Gelenklippe (Labrum) zu suchen, da sonst dauerhafte Instabilitäten verbleiben können, die zu erheblichen Problemen führen. Daher sollte bei jeder traumatischen (unfallbedingten) Schulterluxation ein MRT durchgeführt werden. Wenn sich ein Schaden des Labrums zeigt, kann dieser mit einem arthroskopischen Eingriff behoben werden. Hierbei wird über 2 kleine Einschnitte eine spezielle Naht mit einem Anker an der knöchernen Gelenkpfanne fixiert. Das Labrum kann dann in stabiler Position verheilen. Der Eingriff sollte innerhalb von 2 Wochen nach der Verletzung erfolgen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

habituelle Schulterluxation

Wenn es zu mehrfachen Ausrenkungen der Schulter ohne einen wesentlichen Unfall kommt, liegt eine sogenannte habituelle Schulterluxation vor. Hierbei können dauerhafte Schäden und Schmerzen entstehen. Ursache können unter anderem

- ein laxer Kapselapparat der Schulter

- ein Abriss der Gelenklippe

- ein knöcherner Defekt der Schulterpfanne

sein. Auch hier sind teils offene, teilarthroskopische Therapien möglich.

subacromiales Impingement

Das Schultergelenk wird von Oberarmkopf und Schulterpfanne gebildet und von dem sogenannten knöchernen Schulterdach, einem Teil des Schulterblattes, überdeckt. Wenn sich durch knöcherne Anbauten oder Schwellungen (beispielsweise aufgrund von Reizungen der Sehne) eine Enge ausbildet, resultieren dauerhafte Schmerzen. Typisch sind nächtliche Schmerzen und der sogenannte „schmerzhafte Bogen“: bei Anheben des Arms treten Schmerzen in der Schulter auf, die bei weiterem Anheben über 120° wieder nachlassen.

Zunächst erfolgt eine Diagnostik mit ärztlicher Untersuchung, Sonografie, Röntgenbildern und ggfs. ein MRT. Der erste Schritt ist eine konservative Behandlung mit Krankengymnastik, Schmerzmedikamenten und (befundabhängig) einer Spritzentherapie. Wenn dies keinen Erfolg zeigt, wird eine arthroskopische sogenannte subacromiale Dekompression vorgenommen. Hierbei werden entzündete Anteile der Weichteile entfernt und die Unterfläche des knöchernen Schulterdaches abgetragen, um die Enge zu beseitigen.

Eine längere Ruhigstellung ist nach der Operation nicht nötig, es können zügig eigenständige Bewegungen erfolgen.

Tendinitis calcarea

Aufgrund chronischer Degenrationen kann es zu einer Kalkeinlagerung in den Sehnen der Rotatorenmanschette der Schulter kommen, der Tendinitis calcarea. Die Symptome ähneln oft denen des subacromialen Impingements, beide Erkrankungen kommen auch gemeinsam vor. Nach der Diagnose mit ärztlicher Untersuchung, Ultraschall und Röntgenbild erfolgt zunächst eine konservative Behandlung mit Krankengymnastik, Bewegungsübungen, Schmerzmedikamenten und einer Stoßwellentherapie. Der Verlauf ist langwierig, jedoch bilden sich die Beschwerden meist innerhalb von 6-24 Monaten zurück. Bei starken Beschwerden oder ausbleibendem Therapieerfolg kann eine arthroskopische Darstellung und Ausräumung der Kalkherde erfolgen. In gleicher Sitzung wird meist auch der Raum unter dem Schulterdach erweitert (Acromioplastik), um Einklemmungen und Engesyndrome zu vermeiden.

Bizepssehne

Der Bizepsmuskel heftet sich an der Schulter mit zwei Sehnen an. Die längere Sehne zieht durch das Schultergelenk zum oberen Anteil der Gelenkpfanne, die kürzere, kräftigere, setz am sogenannten Rabenschnabelfortsatz an. Durch Entzündungen, Überlastung oder Alterungsprozesse kann es zu Reizungen der langen Bizepssehne kommen, ebenso zu Schäden durch Unfälle. Meist erfolgt eine arthroskopische Therapie. Wenn eine Wiederherstellung nicht sinnvoll erscheint, wird die lange Sehne gekürzt und am Oberarmkopf (in der sogenannten Bizepssehnen-Rinne) fixiert. Dadurch können die Schmerzen effektiv bekämpft werden. Meist kommt es zu einem unbedeutenden Kraftverlust von 10-20%, da die Hauptlast von der kurzen Bizepssehne getragen wird. Schäden der kurzen Bizepssehne sind selten.

Rotatorenmanschettenriss

Ein sehr häufiger Schaden an der Schulter sind Risse und Veränderungen der sogenannten Rotatorenmanschette. Die besteht aus 4 Muskeln, die den Oberarmkopf umgreifen, das Gelenk stabilisieren und für eine gute Funktion unverzichtbar sind.

Der bei weitem häufigste Schaden ist ein Riss der Supraspinatussehne, daher werden die Begriffe „Rotatorenmanschetten-Ruptur“ und „Supraspinatussehnen-Ruptur“ häufig (wenn auch medizinisch unzutreffend) synonym gebraucht. Schmerzen bestehen vor allem bei aktiven Bewegungen der Schulter, bestimmte Bewegungsrichtungen, vor allem die seitwärtige Abspreizung, sind kraftgemindert. Aufgrund der hohen Beanspruchung des Schultergelenks bestehen bei etwa 60% der 60jährigen und 70% der 70jährigen Patienten degenerative (Verschleiß-) Veränderungen der Rotatorenmanschette bis hin zum Sehnenriss, ohne dass diese wesentliche Beschwerden verursachen müssen. Oft werden diese dann bei einem Unfall (Sturz oder Schlag gegen die Schulter) symptomatisch und verursachen dann durch eine Reizung dauerhafte Beschwerden.

Wichtig ist es, die Rotatorenmanschettenläsion gegen andere Schmerzursachen abzugrenzen. Wenn eine anfänglich konservative Therapie mit Schmerzmedikamenten und Krankengymnastik keinen Erfolg zeigt, kann eine arthroskopische Rotatorenmanschetten-Naht oder Wiederanheftung erfolgen. Hierzu wird die Sehne mit speziellen Nahtankern gefasst und mit Knochenankern am ursprünglichen Ansatz refixiert.

Aufgrund der degenerativen Veränderungen benötigt die Sehne längere Einheilungszeiten und eine Schonung, so dass zunächst eine spezielle Bandage, ein sogenanntes Abduktionskissen, für 3 Wochen getragen werden muss.

Knorpelschäden

Auch am Schultergelenk treten Knorpelschäden auf, wenn auch wesentlich seltener als am Kniegelenk. Meist sind Unfälle oder ein Verschleiß (Arthrose) die Ursache. Während bei Verschleißschäden nur eine symptomatische Therapie mit Knorpelglättung, Injektionen und Krankengymnastik sinnvoll ist, können Unfallschäden gut mit den arthroskopischen Techniken, die auch am Kniegelenk angewendet werden, behandelt werden. Insbesondere die Mikrofrakturierung und die ACT kommen mit gutem Erfolg zum Einsatz.

Trainingsplan zur Stabilisierung des Schultergelenkes

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Ellenbogen

Ellenbogenluxation

Bei der Ausrenkung des Ellenbogens (Ellenbogenluxation) können kleine Knorpelfragmente in Gelenk eingesprengt werden. Während die Behandlung der Luxation selber häufig ohne Operation möglich ist, können diese kleinen Knorpelfragmente dauerhafte Probleme verursachen.

Eine Diagnose ist meist mit dem MRT möglich. Mit einem kleinen arthroskopischen Eingriff können die Knorpelstücke aufgesucht und entfernt werden.

Knorpelschäden

Auch am Ellenbogengelenk treten Knorpelschäden, häufig nach Verletzungen, auf. Wenn noch keine höhergradigen Verschleißerscheinungen vorliegen, können diese, ebenso wie am Kniegelenk, mit arthroskopischen Techniken (Mikrofrakturierung, ACT) behandelt werden.

Arthrose / Verschleißschäden

Kniegelenksarthrose

Eine Arthrose mit einem Verlust an Gelenkknorpel kann nicht rückgängig gemacht werden. Fies bedeutet, dass eine endgültige Therapie meist nur mit Einsatz einer Prothese (Gelenkersatz) möglich ist. Ausschlaggebend für den Zeitpunkt der Implantation sind die Beschwerden des Patienten, seine Einschränkungen im Alltag, der Zustand des Gelenks und der Allgemeinzustand des Patienten. Auch eine längerfristige, regelmäßige Einnahme von Schmerzmedikamenten kann gefährlich Nebenwirkungen hervorrufen und mit zu dieser Entscheidung beitragen.

Bevor diese eingreifenden Maßnahmen erfolgen, sollte jedoch eine konservative Behandlung erfolgen, um den Einsatz einer Prothese hinaus zu zögern oder sogar zu verhindern.

Verzögerung einer Prothese

Mit einem Bündel an Maßnahmen kann die Implantation einer Prothese verzögert werden:

- weiche Kniegelenksbandage

- Schmerzmedikamente

- Gewichtsreduktion

- Muskelkräftigung des Oberschenkels durch eigenständiges Training / Fitnessstudio

- Injektionsbehandlung mit Lokalanästhetika, Cortison und Hyaluronsäure

- bei einseitiger Gelenkabnutzung Schuh-Randerhöhung (meist Außenrand)

- Arthroskopische Meniskus- und Knorpelglättung

Diese Möglichkeit besteht bei nachgewiesenem (meist degenerativem) Meniskusriss, ist jedoch keine kausale Therapie. Der Effekt hält zwischen 3 und 36 Monaten an, so dass die Entscheidung zur arthroskopischen Therapie der Arthrose individuell im Gespräch mit dem Patienten abzuwägen ist. Der Vorteil dieser OP ist die gute Beurteilbarkeit des Gelenkknorpels, der Nachteil die unter Umständen begrenzte Wirksamkeit und Notwendigkeit einer OP.

Bakerzyste

Eine Bakerzyste am Kniegelenk ist keine eigenständige Erkrankung. Die häufig tastbare, prall-elastische Schwellung der Kniekehle tritt bei Schäden im Kniegelenk auf. Durch diese Schäden kommt es zu einer vermehrten Flüssigkeitsbildung im Knie. An der hinteren Innenseite des Knies liegt die schwächste Stelle der Kniegelenkskapsel, die dann nachgibt und eine Zyste ausbildet. Entsprechend findet sich an dieser Stelle auch die Bakerzyste.

Die Behandlung erfolgt zunächst in der arthroskopischen Therapie der Grunderkrankung im Knie. Ist diese behoben, bildet sich die Bakerzyste im Verlauf meist von selber („spontan“) zurück. Verursacht sie weiterhin Beschwerden, kann die Zyste auch in einem separaten Eingriff entfernt werden.