Kompetenz und Nähe, die man spürt.

Leistungsspektrum

  • Schilddrüsenerkrankungen (Über- und Unterfunktionen, Abklärung von Schilddrüsenknoten inkl. Feinnadelpunktion, Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow)
  • Knochenstoffwechselstörungen (Osteoporose), Knochendichtemessungen mittels DEXA-Messung
  • Fertilitätsstörungen und Störungen der Sexualhormone (z.B. PCO-Syndrom, Zyklusstörungen, Wechseljahrsbeschwerden etc.)
  • Endokrine Tumore der Schilddrüse, Hypophyse, Nebenniere, Nebenschilddrüse und neuroendokrinen Tumoren des Gastrointestinaltraktes sowie der Bauchspeicheldrüse
  • Hormondiagnostik aller Art

Weitere Informationen

Folgende Krankheitsbilder behandeln wir

Endokrine Hypertonie

Die arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) ist eine sehr häufige, chronische Erkrankung in Deutschland. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von arterieller Hypertonie ab einem Blutdruck über 140/90 mmHg.
Man unterscheidet hierbei die primäre, oder auch essentielle Hypertonie, der keine erkennbare Ursache zu Grunde liegt, von der sekundären Hypertonie. Die sekundäre Hypertonie kann durch hormonelle Störungen bedingt sein. In diesem Fall handelt es sich um eine endokrine Hypertonie, die ursächlich therapiert werden kann.
 
Die endokrine Hypertonie ist für etwa 10% aller Hochdruckformen verantwortlich. Eine Abklärung der Diagnose einer arteriellen Hypertonie muß insbesondere erfolgen bei
 • jungen Patienten,
 • schlanken Patienten ohne familiäre Vorbelastung,
 • schwerem Bluthochdruck trotz medikamentöser Therapie (≥ 3 Blutdruckmedikamente),
 • Hypokaliämie.
 
Hierbei können sehr verschiedene endokrinologische Krankheitsbilder zu Grunde liegen, die einer speziellen Diagnostik bedürfen, wie z. B. Hyperthyreose, primärer Hyperparathyreoidismus, Akromegalie, Cushing-Syndrom, primärer Hyperaldosteronismus oder Phäochromozytom. Diese kann bei entsprechendem klinischem Verdacht zunächst ambulant durchgeführt werden, erfordert jedoch zur Bestätigung häufig eine weitere stationäre Untersuchung.

Osteoporose

Unsere Klinik betreut Patienten mit primärer und sekundärer Osteoporose und führt neben den Laboruntersuchungen auch Knochendichtemessungen (DXA) durch. Im Rahmen einer Spezialsprechstunde werden insbesondere Patienten mit komplexen Begleiterkrankungen behandelt.
Die Schwerpunkte bestehen in Diagnostik und Therapie der aller Formen einer Osteoporose. Alle verfügbaren Therapien sind am EVK Mettmann verfügbar.

Neuroendokrine Tumoren
Jeder Mensch hat „neuroendokrine“ Zellen. Sie kommen in vielen Organen vor und haben die Aufgabe, die umliegenden Zellen zu regulieren. Dafür produzieren sie Hormone und geben diese im Magen-Darmtrakt ab. Durchschnittlich kommt hier auf 100 normale Zellen eine hormonbildende Regelzelle. Fängt diese an unkontrolliert zu wachsen, spricht man von einem neuroendokrinen Tumor des Verdauungssystems (GEP-NET).

Bei etwa jeder hundertsten Krebserkrankung des Magen-Darmtrakts handelt es sich um einen GEP–NET. Statistisch gesehen erkranken daran 5 von 100.000 Menschen pro Jahr. Bezogen auf ein Bundesland wie NRW, wird jedes Jahr bei rund 900 Einwohnern diese Diagnose gestellt.

Um die ganze Vielfalt an Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten nutzen zu können, arbeiten Spezialisten aus verschiedenen medizinischen Fachbereichen zusammen. Notwendig ist hierfür eine enge Abstimmung aller beteiligten Partner.

Untersuchungen und Funktionstests

• Feinnadelpunktion der Schilddrüse

Zur zytologischen Abklärung von unklaren Befunden in der Halssonographie, z. B. bei verdächtigen Schilddrüsenknoten, führen wir eine Ultraschall-gesteuerte Feinnadelpunktion durch. Hierbei werden mit einer dünnen Nadel einzelne Zellverbände aus dem Gewebe gewonnen. Die Auswertung der Feinnadelpunktate erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Pathologie und Neuropathologie am Universitätsklinikum Essen. Zusätzlich bieten wir auch genetische Analysen aus den Feinnadelpunktaten, z. B. BRAF oder RET Mutationsanalysen an.
Die Durchführung der Feinnadelpunktion erfolgt nach vorheriger Aufklärung. Eine spezielle Vorbereitung (Nahrungskarenz oder Lokalanästhesie) ist nicht erforderlich. Lediglich bei Marcumarpatienten muß die Medikation umgestellt werden.

• Ultraschall (Sonographie)

Mittels konventioneller Sonographie, Duplexsonographie (= Durchblutungsmessung) und Elastographie (= Verformbarkeit von Schilddrüsentumorgewebe) bieten wir unseren Patienten eine hochmoderne Diagnostik gutartiger sowie bösartiger Schilddrüsenerkrankungen an. Neben der Schilddrüse werden bei der Halssonographie auch die Nebenschilddrüsen und die Halslymphknoten mitbeurteilt.

 

Funktionstests:

Die gängigsten Tests möchten wir Ihnen kurz erläutern:
 
ACTH-Stimulationstest

 
Der ACTH-Test eignet sich besonders gut zur Beurteilung der Nebennierenrindenfunktion. Physiologischerweise kommt es nach Stimulation mit ACTH zu einem Cortisolanstieg im Blut. Klinisch wichtig ist dieser Test u. a. zur Abklärung bei Verdacht auf eine Nebennierenrindeninsuffizienz (M. Addison oder iatrogen nach Kortikosteroidtherapie), als Alternative zum Insulin-Hypoglykämietest bei Verdacht auf eine Hypophysenvorderlappeninsuffizienz sowie bei Verdacht auf ein late-onset Adrenogenitales Syndrom.
 
 
Dexamethason-Hemmtest
 
Dexamethason ist ein Glukokortikoid („Kortisonpräparat“), welches die körpereigene Kortisolproduktion unterdrücken kann. Bei Patienten mit einer Überproduktion von Kortisol (Cushing-Syndrom) ist dieser Mechanismus gestört. Der Dexamethasonkurztest besteht in der Einnahme von Dexamethason um Mitternacht und einer morgendlichen Blutabnahme zur Bestimung des Cortisolwertes im Blut. Bei auffälligem Befund sind weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich, über die Sie Ihr Arzt aufklären wird.
 
 
GHRH-Arginintest
 
Der GHRH-Arginintest wird zum Nachweis eines Wachstumshormonmangels eingesetzt. Die Aminosäure Arginin stimuliert die Wachstumshormonsekretion, ebenso das Growth-hormone-realeasing-hormone GHRH. Bei einem auffälligen Testbefund muss ggf. ein Insulin-Hypoglykämie-Test ergänzend durchgeführt werden.
 
 
Insulin-Hypoglykämie-Test
 
Der  Insulin-Hypoglykämie-Test gilt als Goldstandard zur Überprüfung der corticotropen Achse (CRH-ACTH-Cortisolfreisetzung) und der somatotropen Achse (Wachstumshormonfreisetzung). Er wird zur Beurteilung der Hypophysenfunktion beispielsweise bei Tumoren der Hypophyse oder nach Hypophysenoperationen bzw. -bestrahlungen eingesetzt. Durch die Insulingabe wird der Blutzucker so stark gesenkt, dass eine Unterzuckerung erzeugt wird. Dieses bewusst herbeigeführte Stressereignis führt bei Gesunden zu einer vermehrten Cortisol- und Wachstumshormonausschüttung. Aufgrund der erzeugten Unterzuckerung und den damit verbunden Beschwerden wie Unruhe, Schweißausbrüchen und Unwohlsein führen wir diesen Test stationär durch.
 
 
Oraler Glukose Toleranz Test (OGTT)/HGH-Suppressionstest
 
Bei Verdacht auf einen Diabetes mellitus wird der OGTT zur Beurteilung der körpereigenen Insulinsekretion/-Wirkung durchgeführt. Nach dem Trinken einer zuckerhaltigen Lösung (75g Glukose) werden die Glukosespiegel (= Blutzucker) im Blut  gemessen. Diesen Test setzen wir auch zur  Diagnose einer Insulinresistenz bzw. eines drohenden Diabetes mellitus im Rahmen eines PCO-Syndroms ein.
 
Zusätzlich kommt es beim Gesunden nach Zufuhr der Glukoselösung zu einem Abfall des  Wachstumshormons. Bei einer Wachstumshormonüberproduktion findet dies nicht statt. Der  OGTT wird deshalb auch als Wachstumshormonsuppressionstest bei Verdacht auf eine Akromegalie oder zur Verlaufskontrolle bei Akromegalie eingesetzt (STH-Suppressionstest).
 
 
Calcium-Stimulations- und Pentagastrin-Test

 
Diese Tests werden bei Verdacht auf ein medulläres Schilddrüsenkarzinom (MTC) durchgeführt. Hierbei liefert ein starker Calcitoninanstieg nach Stimulation mit Calcium  (früher Pentagastrin) einen wichtigen Hinweis auf das Vorliegen der Erkrankung.

Der Calciumstimulationstest wird heute aufgrund der geringeren Nebenwirkungen und leichteren Verfügbarkeit als bevorzugter Test in der Diagnostik und Nachsorge des MTC verwendet.
 
Viele weitere endokrinologische Funktionstests werden in unserer Klinik durchgeführt. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, welche Tests zur weiteren Diagnostik benötigt werden.