Kompetenz und Nähe, die man spürt.

Periduralanästhesie

Wie ist der Ablauf bei einer Periduralanästhesie?

Der Ablauf einer Periduralanästhesie (PDA) ist fast gleich zu einer Spinalanästhesie. Auch hier wird ein Betäubungsmittel zwischen die Lendenwirbel gespritzt. Jedoch durchdringt die Nadel dabei nicht wie bei der Spinalanästhesie die harte Hirnhaut des Rückenmarks. Der Narkosearzt sticht weniger tief ein, so dass das Betäubungsmittel zwischen die beiden äußeren Hüllen des Rückenmarkkanals gespritzt wird. Hierdurch kann die Schmerzempfindung meistens ausgeschaltet werden, die Beweglichkeit bleibt aber erhalten. Bis die Betäubung einsetzt, dauert es etwa 30 bis 40 Minuten. Bei der Periduralanästhesie kann eine kleine Kanüle gelegt werden, so dass der Patient eigenständig stetig Schmerzmittel nachdosieren kann.

Wann kommt eine Periduralanästhesie zum Einsatz?

Meistens wird die PDA bei größeren orthopädischen, gynäkologischen oder urologischen Eingriffen angewendet. In der Geburtshilfe wird sie ebenfalls eingesetzt, um eine schmerzarme Geburt zu ermöglichen. Die Periduralanästhesie kann auch in Kombination mit einer Vollnarkose zum Einsatz kommen, um Schmerzen nach einer Operation gezielter regulieren zu können.

Welche Vorteile hat die Periduralanästhesie?

Die Anästhetika werden nur lokal eingesetzt und kommen somit nur in sehr geringem Ausmaß in den Blutkreislauf. Die Patienten müssen nicht künstlich beatmet werden und können nach der Operation sehr früh wieder essen und trinken. Die PDA ist zudem die wirksamste Methode der Schmerzausschaltung nach großen Operationen. Mit ihr ist eine Schmerztherapie über mehrere Tage möglich.

Welche Nachteile hat die Periduralanästhesie?

Kleinere Blutungen kommen recht häufig vor, stillen sich jedoch selbst und verursachen keine weiteren behandlungsbedürftigen Symptome. Jedoch sind auch größere Blutungen in den Periduralraum möglich. Diese würden eine Notoperation erfordern. Die Häufigkeit solcher Blutungen liegt jedoch bei 1:150.000. In 16 bis 86 Prozent der Fälle kommt es zu einem intensiven Kopfschmerz nach einer PDA. Vor allem jüngere Patienten sind betroffen. Auch Nebenwirkungen aufgrund des verwendeten Lokalanästhetikums sind möglich, beispielsweise allergische Reaktionen. Wie bei allen Regionalanästhesien besteht das Risiko einer Nervenverletzung durch den Einstich.