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Schilddrüsenerkrankungen

Welche häufigen Schilddrüsenerkrankungen gibt es, die eventuell operiert werden müssen und welche Symptome hat man dabei?

Vergrößerte Schilddrüse (Struma)
Die vergrößerte Schilddrüse ist die häufigste Schilddrüsenerkrankung in Deutschland. Bei den Patienten bildet sich ein zunehmender Kropf. Die Patienten leiden oft unter einem Engegefühl im Hals sowie unter Atem- und Schluckbeschwerden.

Schilddrüsenüberfunktion
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion bildet die Schilddrüse mehr Hormone als der Körper wirklich braucht. Die Folgen sind: Herzrasen, Schwitzen, Zittern, Schwindel, starker und schneller Gewichtsverlust und Haarausfall. Der gesamte Organismus läuft auf Hochtouren. Dieser Zustand kann z.B. durch hormonproduzierende Tumore (Adenome) oder Autoimmunerkrankungen (M.Basedow) bedingt sein.

Schilddrüsenkrebs
Schilddrüsenkrebs ist eine seltene Krebserkrankung. Jährlich erkranken ca. 5000 Menschen daran. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer vergrößerten Schilddrüse: Ein schnell wachsender Kropf, Schluck- und Atembeschwerden.

Wie kann man Schilddrüsenerkrankungen diagnostizieren?

Selbstuntersuchung
Beim Abtasten des Halses mit beiden Händen und gleichzeitigem Schlucken können große Knoten gut selbst getastet werden.

Laborwerte
Diese werden meist schon vom Hausarzt bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung abgenommen.

Sonographie (Ultraschall)
Die Ultraschalluntersuchung ist entscheidend in der Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen. Mit ihr kann die Größe der Schilddrüse oder  Schilddrüsenknoten milimetergenau bestimmt werden. Knoten können hinsichtlich ihres Aussehens und ihrer Durchblutung, Lymphknoten anhand ihrer Anzahl und Lage genau beurteilt werden.

Heiße und kalte Knoten
In der Szinthigraphie (einer nuklearmedizinischen Untersuchung, die die Stoffwechselaktivität sichtbar macht) können Gebiete mit erhöhter (heiße Knoten), verringerter (kalte Knoten) oder gleicher Stoffwechselaktivität (warme Knoten) vom restlichen („normalen“) Schilddrüsengewebe unterschieden werden.

Welche Ursachen haben die verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen?

Vergrößerte Schilddrüse
Ursache ist in erster Linie eine zu geringe Jodzufuhr (Deutschland ist Jodmangelgebiet). Die Schilddrüse versucht diesen Jodmangel durch die Bildung von neuem Gewebe zu kompensieren. Dies geschieht häufig auch unter Ausbildung von Knoten.

Schilddrüsenüberfunktion
Die Ursachen können vielfältig sein. In fast 90 Prozent aller Fälle handelt es sich um eine Autoimmunreaktion des Körpers. Es können jedoch auch gutartige oder bösartige Tumore oder Medikamente eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen.

Schilddrüsenkrebs
Schilddrüsenkrebs kommt eher selten vor. Jährlich erkranken ca. 5000 Menschen in Deutschland an dieser Krebsart. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer vergrößerten Schilddrüse: Ein schnell wachsender Kropf, Schluck- und Atembeschwerden. Begünstigt wird die Entstehung von Schilddrüsenkrebs durch eine starke radioaktive Strahlung (z.B. durch Atomunglücke wie in Tschernobyl), Jodmangel und häufige Röntgenstrahlung.

Wann müssen Schilddrüsenerkrankungen operiert werden?

Ihr Arzt wird Ihnen zu einer Schilddrüsenoperation raten, wenn der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung vorliegt, Knoten auf Speise- oder Luftröhre drücken oder die Beschwerden mit Medikamenten nicht in den Griff zu bekommen sind. In Einzelfällen kann auch von vorne herein eine Operation angeraten werden, z.B. wenn bei jungen Frauen mit Schilddrüsenüberfunktion eine Radiojodtherapie (Zerstörung des Schilddrüsengewebes durch radioaktives Jod) aufgrund eines bestehenden Kinderwunsches nicht durchgeführt werden kann.

Was passiert bei einer Schilddrüsenoperation?

Eine Schilddrüsenoperation wird unter Vollnarkose durchgeführt. Die Entfernung der Schilddrüse bzw. von Teilen der Schilddrüse, kann invasiv über einen ca. fünf Zentimeter langen Schnitt unterhalb des Kehlkopfes erfolgen. In bestimmten Fällen wird auch die minimalinvasiv Methode (Schlüssellochchirurgie) angewandt. Abhängig von Ihren Beschwerden wird nur ein Lappen der Schilddrüse (Lobektomie), der größte Teil der Schilddrüse (subtotale Thyreoidektomie) oder die gesamte Schilddrüse (totale Thyreoidektomie) entfernt. Dies wird der Arzt vor der Operation mit Ihnen besprechen.

Die OP-Wunde wird steril verbunden, in die Wunde wird in der Regel eine Drainage gelegt. So kann Wundflüssigkeit und Blut gut abfließen. Die Drainage wird normalerweise am ersten Tag nach der Operation wieder entfernt.

Welche speziellen Risiken gibt es bei einer Schilddrüsenoperation?

  • Schädigung der Stimmbandnerven (meist nur vorübergehend)
  • Irritation oder versehentliche Entfernung der Nebenschilddrüsen (wichtig für den Kalziumstoffwechsel)
  • Postoperative Blutungen mit eventuell einhergehender Atemnot
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose):
    Der verbleibende Rest der Schilddrüse kann nicht mehr ausreichend Hormone produzieren. In einem solchen Fall müssen dann lebenslang Tabletten eingenommen werden.