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Divertikulitis

Was ist eine Divertikulitis?

Eine Divertikulitis ist eine Erkrankung des Dickdarms. Dabei haben sich Ausstülpungen in der Darmwand gebildet und entzündet. Dabei sind entweder nur die Ausstülpungen betroffen oder die Entzündung hat sich bereits auf weitere Teile der  Darmwand oder des gesamten Bauchraums ausgeweitet.
Haben sich die Ausstülpungen in der Darmwand noch nicht entzündet, spricht man von einer Divertikulose. Diese ist in Deutschland recht häufig. Etwa 14 Millionen Menschen sind betroffen. In den meisten Fällen bleibt eine Divertikulose ohne Beschwerden und hat somit keinen Krankheitswert.
Man darf ein Divertikel (eine Ausstülpung der gesunden Darmschleimhaut durch die muskuläre Wand des Darms nach außen) nicht mit einem Darmpolypen (einer tumorösen Wucherung der Schleimhaut nach innen) verwechseln.

Wie bekommt man eine Divertikulitis?

Risikofaktoren sind ballaststoffarme Kost, vermehrter Verzehr von rotem Fleisch und mangelnde körperliche Betätigung. Zudem stellen auch genetische Faktoren und Übergewicht Risiken dar.

Haben sich erst einmal Ausstülpungen in der Darmwand gebildet, kann sich hier Kot ansammeln und eindicken. Hierdurch kann sich die Darmschleimhaut entzünden.

Welche Symptome hat man bei einer Divertikulitis?

  • Die Beschwerden ähneln denen einer Blinddarmentzündung im linken Unterbauch.
  • Fieber
  • Häufig Krämpfe
  • Verstopfung
  • Oft bessern sich die Bauchschmerzen nach dem Stuhlgang oder nach Blähungen.

Wie wird eine Divertikulitis behandelt?

Solange sich die Ausstülpungen im Darm (Divertikel) nicht entzünden und Sie beschwerdefrei sind, ist keine Behandlung notwendig.
Sie sollten mit ballaststoffreicher Kost, viel Bewegung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr dafür sorgen, dass der Darm aktiv bleibt.

Bei einer vorhandenen Entzündung der Ausstülpungen (Divertikulitis) richtet sich die Therapie nach dem Schweregrad der Erkrankung.

Beim ersten Schub der Erkrankung sollte eine eingehende Diagnostik (Ultraschalluntersuchung, Computertomographie, ggf. Darmspiegelung) erfolgen.

Die Behandlung erfolgt durch Antibiotikagabe, abführende Maßnahmen und flüssige Ernährung.

Bei einer komplizierten Divertikulitis (Perforation, Abszessbildung, schwerer Blutung, massiver Verengung des betroffenen Darmabschnittes oder wiederholten Schüben) sollte eine Operation, wenn möglich nach Behandlung des akuten Entzündungsschubes, durchgeführt werden.

Welche Risiken kann eine unbehandelte Divertikulitis haben?

Die typischen Komplikationen einer Divertikulitis sind:

  • Blutung (selten, aber unter Umständen lebensbedrohlich)
  • Chronisch entzündliche Verengung des Darms (besonders bei häufigen milderen Schüben einer Divertikulitis)
  • Ausbildung von Abszessen im Darm umgebenden Fettgewebe (muss operiert werden, da eine langfristige Ausheilung nicht möglich ist)
  • Platzen (Perforation) der Divertikel mit Bauchfellentzündung (lebensbedrohlicher Notfall, sofortige Operation erforderlich)

Was wird bei einer Divertikulitis-Operation gemacht?

Bei dem größten Teil unserer Patienten, bei denen keine akute Bauchfellentzündung vorliegt, kann die Operation minimalinvasiv, mit nur kleinen Schnitten erfolgen.
Hierbei wird der entzündete Darmabschnitt (in der Regel 20-30cm) entfernt und die Darmenden wieder zusammengefügt.
In unserer Abteilung verfügen wir über große Erfahrung bei dieser OP-Technik.

Welche speziellen Risiken gibt es bei einer Divertikulitis-Operation?

  • Verengung der Nahtstelle am Darm (selten)
  • Bauchfellentzündung (Bei Undichtigkeit der Darmnaht oder bei Keimeinwirkung)
  • Notwendigkeit eines künstlichen Darmausganges bei schwerer Bauchfellentzündung (nahezu immer kann dieser später wieder zurückverlagert werden)