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Neue Station für schwerstkranke Patienten


Auf der dritten Etage des Evangelischen Krankenhauses Mettmann eröffnet in Kürze die neu errichtete Palliativstation mit insgesamt sechs Patientenbetten.
Auf der Station, die sich auch in ihrer Gestaltung deutlich von einer herkömmlichen Krankenstation abhebt, werden dann Patienten  ganzheitlich und  patientenzentriert betreut, für die es aus medizinischer Sicht keine Möglichkeit auf Heilung der Erkrankung mehr gibt.

„Trotz der kontinuierlichen und erfolgreichen Forschung stößt die Medizin - und somit auch wir als Ärzte - an die Grenzen des Möglichen und besonders auch des Sinnvollen. Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch immer für den Patienten hilfreich und erwünscht. Nach wie vor gibt es Erkrankungen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht mehr heilbar sind. Doch genau an dieser Stelle, wo die herkömmliche Medizin ihre Grenzen erreicht, kann die Palliativmedizin noch ganz viel bewirken“, sagt Chefarzt Dr. med. Andreas Brauksiepe, der neben seinem internistischen und gastroenterologischen Schwerpunkt auch ausgebildeter Palliativmediziner ist. Er wird die Station ärztlicherseits leiten.

Auf der Palliativstation geht es also primär nicht mehr um die Behebung der Krankheit, sondern um die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten auf seinem noch verbleibenden Lebensabschnitt. „Die Palliativstation darf nicht mit einem Hospiz verglichen werden“ sagt der anästhesiologische Oberarzt Dr. med. Alexander Hellwig, der als ausgebildeter Palliativmediziner und stellvertretende ärztliche Leitung u.a. die Schmerztherapie übernimmt. „Einige Patienten haben nur noch wenige Tage, andere Wochen oder gar Monate zu leben und diese Zeit sollen Sie so angenehm wie möglich erleben, das heißt möglichst schmerzfrei und selbstbestimmt“, so Dr. med. Hellwig. Auf der Palliativstation im EVK Mettmann stehen dafür verschiedene therapeutische Angebote bereit, gleichzeitig stehen in der palliativmedizinischen Versorgung auch andere Medikationen zur Verfügung.

Genau so unterschiedlich wie die zu erwartende Lebensdauer der Palliativpatienten ist auch ihr Aufenthalt auf der Station, sagt Matthias Ogorka. Er wird die Station pflegerischerseits leiten und ist mit der Pflege und Betreuung sterbenskranker Menschen gut vertraut: „Wir können nicht planen, wie lang ein Patient auf der Station bleibt, das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. In der Regel versorgen wir die Palliativpatienten ein bis drei oder vier Wochen. Einige Patienten werden bei uns medikamentös gut eingestellt und können noch einmal nach Hause gehen, andere warten auf einen Platz im Hospiz und sicherlich wird für den einen oder anderen Patienten das Leben auch bei uns enden – dann aber bestmöglich umsorgt“, so Ogorka.

Die Palliativstation im EVK Mettmann befindet sich auf der 3. Etage und umfasst fünf Patientenzimmer, die als Einzelzimmer genutzt werden sollen. Konzipiert sind sie jedoch wie ein Doppelzimmer. „Die Zimmer sind geräumig und freundlich gestaltet und ermöglichen das Zustellen eines weiteren Bettes oder einer Schlafcouch, denn es ist selbstverständlich, dass

Familienmitglieder und Freunde in dieser Phase viel Zeit mit und bei dem schwerkranken Angehörigen verbringen möchten“, erklärt Bernd Huckels den Gedanken der räumlichen Gestaltung. Er freut sich besonders, dass der Förderverein die Ausstattung der Station großzügig unterstützt hat.

Voraussichtlich Mitte Juni wird die Station bezogen und damit können fortan Palliativpatienten aus dem normalen Stationstrubel auf eine ruhigere und bedarfsgerechte Station umziehen.

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ formulierte einst die Grande Dame und Gründerin der Palliativstation Cicely Saunders.Dieses Motto wird auch unsere Palliativstation prägen.

Hinweis: Am 11. Juni 2018 hält Chefarzt Dr. med. Andreas Brauksiepe um 18.30h einen kostenfreien Chefarztvortrag zum Thema Palliativmedizin im EVK Mettmann und wird die Station der Öffentlichkeit zeigen.