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Gefäßchirurgie ergänzt Gefäßmedizin im EVK Mettmann


Seit vier Jahren gibt es im Evangelischen Krankenhaus Mettmann in der Inneren Medizin den Schwerpunkt der Angiologie, besser bekannt als die Gefäßmedizin. Unter Leitung von Priv.-Doz. Dr. med. Christian Berg hat sich dieses Leistungsspektrum, das sich mit arteriellen, venösen und lymphatischen Gefäßerkrankungen befasst, bereits etabliert.

 

Nun wird das Spektrum der interventionellen Gefäßmedizin durch den Bereich der Gefäßchirurgie ergänzt. Seit Oktober leitet Chefarzt Prof. Sandmann die neue Abteilung im EVK Mettmann und baut sie gemeinsam mit zwei Oberärzten auf. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: eine immer älter werdende Bevölkerung wird auch immer kränker. Insbesondere im Bereich der Orthopädie, Kardiologie und eben auch der Gefäßmedizin nehmen die Erkrankungen mit steigendem Lebensalter zu, eine medizinisch breit aufgestellte Versorgung für die Bevölkerung vor Ort hat daher einen hohen Stellenwert. „Insbesondere die älteren Patienten, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, bevorzugen natürlich die wohnortnahe Versorgung“, erklärt Bernd Huckels, Geschäftsführer des Krankenhauses.

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Wilhelm Sandmann weiß was er tut: in einem Alter in dem andere Menschen im Ruhestand sind, greift das EVK Mettmann auf seine große Expertise zurück. Prof. Sandmann, Mitbegründer der Deutschen und Europäischen Gesellschaft für Gefäßchirurgie, baut an der Gartenstraße nun eine gefäßchirurgische Abteilung auf. „Die Rahmenbedingungen für diese neue Abteilung könnten derzeit am EVK Mettmann nicht besser sein“, sagt Prof. Sandmann, der zuvor in Kamp-Lintfort und Duisburg eine Gefäßchirurgie etablierte. Zum einen hat Chefarzt Dr. Berg die Gefäßmedizin in Mettmann und der Region sehr gut aufgebaut, so dass die Erweiterung im Hinblick auf eine Weiterentwicklung der Gefäßmedizin um eine zusätzliche Komplementärleistung nur das Ziel sein konnte. Darüber hinaus verfügt das Krankenhaus über eine sehr leistungsstarke Intensivmedizin, die eine Gefäßchirurgie zu jeder Zeit im Hintergrund benötigt. „Dass nun freie OP-Kapazitäten und meine Ambitionen nach neuen Herausforderungen zusammen kamen, waren weitere „glückliche Umstände“, die das Projekt zunächst denkbar und dann realisierbar gemacht haben“, sagt Prof. Sandmann.

 

Fortan werden in der Gefäßmedizin nahezu alle Erkrankungen im EVK Mettmann behandelt. „Im Falle von Diagnosen, deren Behandlung in speziellen Bereichen weitergehende Therapien erfordern, kooperieren wir mit renommierten Partnern – zum einen das Universitätsklinikum Essen, an das das EVK Mettmann auch als Akademisches Lehrkrankenhaus angebunden ist und zum anderen das Universitätsklinikum Düsseldorf – die frühere Wirkungsstätte und Lehrstuhl von Prof. Sandmann“ erklärt Chefarzt Dr. Berg.

 

Neben überaus geläufigen Eingriffen, wie beispielsweise das Setzen von Stents zur Gefäßerweiterung und Vermeidung von Gefäßverschlüssen, verfügt Prof. Sandmann jedoch

 

auch über eine Expertise, die weltweit in dieser Form nur selten vorgehalten wird: er behandelt

seit vielen Jahren auch Patienten mit sehr herausfordernden und komplexen Gefäßerkrankungen wie das viszerale Kompressionssyndrom. Darunter fallen Ausprägungen wie das Nussknacker- oder May-Thurner-Syndrom, Dunbar oder Wilkie.

 

„Mittlerweile kommen Menschen aus der ganzen Welt nach Mettmann, um sich von Prof. Sandmann operieren zu lassen. „Diese Patienten haben in der Regel einen sehr langen Leidensweg hinter sich, sind sowohl psychisch als auch physisch in einer desolaten Verfassung und erhoffen sich durch die sehr komplexe Operation Linderung, Besserung oder gar Heilung – mit häufig guten Prognosen“, schildert Huckels auch die Patientenfälle, die nicht zur Tagesordnung im EVK Mettmann gehören.

 

Zukünftig liegt die Bündelung der Synergien in der Gefäßmedizin aber bei den gängigen, volkstümlichen Erkrankungen und der engen Verzahnung zwischen der Angiologie und Gefäßchirurgie.