NEUGEBORENENVERSORGUNG
 

 

Neugeborenenversorgung

Die ersten Untersuchungen des Neugeborenen werden bei uns auf der Station durchgeführt. Die Ergebnisse werden in das gelbe Untersuchungsheft des Kindes eingetragen. Die U1 wird sofort nach der Geburt im Kreißsaal durchgeführt. Im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht der Apgar-Test, bei dem Herzschlag, Atmung, Muskelspannung, Hautfarbe und Reflexe durch den/die Frauenarzt/ärztin bewertet werden. Fünf bis sechs Stunden nach der Geburt wird jedes Kind an das Puls-Oxymeter angeschlossen, welches die Pulsfrequenz und die Sauerstoffsättigung im Blut misst.

Zwischen den Untersuchungen U1 und U2 führen die Kinderärzte eine weitere Kontrolluntersuchung durch.

Kinder, die aus Steißlage entbunden werden, bekommen zusätzlich noch eine Ultraschalluntersuchung der Hüften, um frühzeitig Veränderungen zu erkennen. Während Ihres stationären Aufenthalts wird Ihr Kind mindestens zweimal vom Kinderarzt untersucht.

Eine intensive Zusammenarbeit besteht mit der Kinderklinik Wuppertal-Barmen. Die Kinderärzte kommen täglich zur Untersuchung und zur Visite ins Haus.

Weitere Vorsorgemaßnahmen sind die Vitamin K-Prophylaxe welche für die Blutgerinnung wichtig ist. Um einer Vitamin D-Mangelerscheinung (Rachitis) vorzubeugen, führen wir ab dem 5. Lebenstag eine Prophylaxe mit D-Fluoretten 500 mg durch, welche auch gleichzeitig der Vorbeugung gegen Karies dient.

Um Hörstörungen frühzeitig ausschließen zu können, wird von der Kinderkrankenschwester eine Messung mit dem Hörtestgerät (OAE-EchoScreen) durchgeführt.

Es bedarf nur einiger Tropfen Fersenblut des Kindes auf einen Teststreifen, um insgesamt 17 angeborene Stoffwechseldefekte, u. a. Schilddrüsenfunktionsstörungen, Störung der Geschlechtsentwicklung (Adrenogenitales Syndrom) auszuschließen.

Ein physiologischer Neugeborenen-Ikterus findet sich bei über 60 Prozent aller Neugeborenen. Dabei tritt zwischen dem 3. und 5. Lebenstag eine leichte Gelbfärbung der Haut auf. Er entsteht durch den Zerfall überzähliger Blutkörperchen. Der dadurch in größeren Mengen anfallende gelblich/rote Farbstoff (Bilirubin) kann manchmal von der noch unreifen kindlichen Leber nicht genügend abgebaut und somit auch nicht über die Niere ausgeschieden werden, sondern lagert sich in der Haut ab. Bei auftretender Gelbfärbung der Haut messen wir mit einer geringen Menge Blut aus der Ferse die Bilirubin-Konzentration. Bei entsprechend erhöhtem Wert erfolgt eine Fototherapiebehandlung.

Um eine Blutgruppenunverträglichkeit zu erkennen, wird bei jeder Rhesus-negativen Mutter die Blutgruppe des Neugeborenen bestimmt. Ist das Kind Rhesus-positiv, erhält die Mutter innerhalb der ersten 72 Stunden nach der Geburt eine Antikörper-Injektion, um eine Sensibilisierung gegen rhesuspositive Blutzellen zu verhindern.

Bei uns werden die Babys zum Schlafen grundsätzlich in einem Schlaf- bzw. Pucksack und in die als sicher geltende Rückenlage gelegt.

Sie als Eltern werden bei uns über vorbeugende Maßnahmen für einen sicheren Schlaf aufgeklärt.